Geschichte

Bereits vor 2000 Jahren entdeckten die Römer die Wald- und Blütenschönheit der "strata montana", der Bergstraße an den Hängen des Odenwaldes. Sie pflanzten die ersten Reben auf die sonnenbeschienenen Hügel der Region. Urkundlich wird der Bergsträßer Weinbau erstmals im 8. Jahrhundert von den Mönchen des Kloster Lorsch in ihrem Besitzstandverzeichnis, dem berühmten "Codex Laureshamensis" erwähnt. Das wechselvolle politische Schicksal der Landschaft an der Bergstraße führte in den folgenden Jahrhunderten dazu, dass das Gebiet erst zu Kurmainz und dann zur Kurpfalz gehörte. 1803 wurde der Teil der Bergstraße ab Heppenheim bis Darmstadt hessisch und der südliche Teil bis Heidelberg badisch. Früher bildeten beide Teile das Weinbaugebiet Bergstraße - nach der Trennung 1971 wurde die Hessische Bergstraße selbständiges Weinbaugebiet.

 

Klima

Die Bergstraße ist in ganz Deutschland und über unsere Grenzen hinaus als der Frühlingsgarten bekannt. Hier erwacht der Frühling bevor er seine Blüten über alle deutsche Lande verteilt. Die Landschaft ist durch die Berge des Odenwaldes gegen raue Nord- und Ostwinde vortrefflich geschützt und bietet den Reben ideale Wachstumsbedingungen. Dieser natürliche Wall gegen Wind und Wetter macht die Bergstraße besonders im Frühling zum beliebten Ausflugsziel. Dann entfalten Mandelbäume und Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen und Forsythien die Schönheit ihrer Blütenpracht. Im Sommer laden die nahegelegenen Wälder zu erholsamen Spaziergängen ein und im Herbst ist man glücklich über die mildwarme Sonne, die dem neuen Wein Reife und Fülle schenkt.
Die durchschnittlichen Jahresklimawerte liegen bei 10° Celsius, dazu fast 1.600 Stunden Sonnenschein pro Jahr und 720 mm Niederschläge. Ein Klima, das sich durch eine lange Vegetationszeit auszeichnet und für den Anbau von Reben geradezu prädestiniert ist.

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Weinbau und Winzerstand

Der Weinbau des insgesamt nur 450 Hektar großen Anbaugebietes wird durch eine verhältnismäßig große Zahl von Winzern betrieben. Viele kleine Parzellen prägen das Bild des Weinbaus in der Landschaft. Die Rebflächen werden in zunehmendem Maße durch Weingüter und hauptberufliche, traubenerzeugende Winzer bewirtschaftet. Es gibt aber auch noch eine beachtliche Zahl sogenannter Feierabend- oder Hobbywinzer, die mit großem Idealismus und Freude ihre Weinberge geradezu mustergültig bearbeiten.

Mehr als 600 Winzer haben sich in der Bergsträßer Winzer eG in Heppenheim und in der Odenwälder Winzergenossenschaft in Groß-Umstadt zusammen geschlossen. Das Staatsweingut Bergstraße, das städtische Weingut in Bensheim und eine Reihe von renommierten privaten Weingütern pflegen ebenfalls die Jahrhunderte
alte Tradition des Bergsträßer Weinbaus.

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Bergsträßer Wein

Angefangen von gut gepflegten sorten- und gebietstypischen Qualitätsweinen bis hin zu absoluten Spitzenweinen findet man eigentlich alles, was den Weinfreund begeistern kann. Bergsträßer Weine sind von einer frischen, herzhaften Art. Sie sind eigenständig und bekömmlich. Sie beschwingen und erquicken Geist und Körper. Da die insgesamt erzeugten Mengen nicht zu groß sind, ist der Bergsträßer Wein nicht nur eine Spezialität, sondern auch eine wertvolle Rarität. Kenner wissen dies zu schätzen und reisen von sehr weit herbei, um sich etwas von dem Wein zu holen, den die Bergsträßer zum größten Teil selbst trinken.

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